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Schulhund Luna im Klassenzimmer

Meine Hündin Luna begleitet mich regelmäßig in den Unterricht an der Steinweg-Grundschule. Im Rahmen der tiergestützten Pädagogik unterstützt sie Lernprozesse und stärkt besonders das soziale Miteinander in unseren Klassen.


Wer ist Luna?

Luna ist ein Königspudel, geboren im Januar 2023. Sie ist freundlich, ausgeglichen, gut erzogen und sehr menschenbezogen. Eine praktische Besonderheit ist, dass Luna als Pudel nicht haart, wodurch erfahrungsgemäß keine allergischen Reaktionen auftreten.

Seit 2024 begleitet Luna mich bereits in die Schule. Die durchweg positiven Erfahrungen im Unterricht haben mich darin bestärkt, mit ihr die Ausbildung zum Schulhund im Bereich tiergestützte Pädagogik und Therapie zu beginnen. Diese absolvieren wir seit Dezember 2024 und werden sie voraussichtlich im November 2026 abschließen. Parallel sammelt Luna weiterhin regelmäßig mit mir praktische Erfahrungen im Schulalltag.

Gemeinsamer Start in jede Stunde

Ist Luna im Unterricht dabei, beginnt die Stunde damit, dass sie einmal durch die Klasse geht. Jedes Kind darf sie kurz streicheln und ihr ein Leckerli geben. Luna nimmt ihrerseits ruhig Kontakt auf, indem sie von Platz zu Platz geht und jedes Kind beschnuppert.

Durch diese unmittelbare Nähe entsteht von Anfang an eine besondere Atmosphäre. Die Kinder erleben Zuwendung ganz konkret – nicht über Worte, sondern über Begegnung. Viele wirken dadurch entspannter und offener.

So entwickelt sich bereits in den ersten Minuten eine positive, freundliche und emotional offene Lernatmosphäre. Alle werden gleichermaßen begrüßt – das verbindet und erleichtert den gemeinsamen Start in die Arbeit.

Wie arbeitet Luna im Unterricht?

Luna begleitet mich zwei- bis dreimal pro Woche in die Lerngruppen. Vor ihrem ersten Einsatz werden verbindliche Regeln im Umgang mit ihr besprochen. Jedes Kind entscheidet selbst, ob und wie viel Kontakt es zu Luna haben möchte.Im Unterricht wird sie gezielt eingebunden. Beispiele dafür sind: 

  • Sie dreht im Englischunterricht ein Glücksrad, das eine Aufgabe auswählt (z. B. die Steigerung von Adjektiven).
  • Sie bringt ein Körbchen mit Aufgabenkärtchen und sorgt so für Motivation und Aufmerksamkeit.
  • Während der Lese- oder Stillarbeitsphasen liegt sie ruhig neben einzelnen Kindern. Viele Schülerinnen und Schüler arbeiten in ihrer Nähe besonders konzentriert.
  • Bei Aktivitäten im Freien, etwa im Wald, begleitet sie die Gruppe – zum Beispiel bei einem gemeinsam erarbeiteten Parcours.

Im Klassenraum hat Luna zwei feste Decken. Liegt sie auf ihrer „Arbeitsdecke“, ist sie ansprechbar und kann einbezogen werden. Wechselt sie auf ihre „Ruhedecke“, signalisiert sie, dass sie eine Pause braucht. Dann darf sie nicht gestört werden. So lernen die Kinder, Bedürfnisse wahrzunehmen und zu respektieren. Luna hört intensiver als ein Mensch und benötigt mehr Ruhephasen – das ist für die Kinder gut nachvollziehbar.

Auffällig ist, wie selbstverständlich die Kinder dabei Empathie zeigen und Rücksicht nehmen.Auch Kinder, die zunächst unsicher sind, können über einen Kochlöffel ein Leckerchen reichen und so behutsam Kontakt aufnehmen. Dieser geschützte Rahmen gibt Sicherheit. Meist wächst daraus schnell Vertrauen – viele Kinder möchten Luna schon bald näher sein und sie direkt streicheln.Lunas soziale Wirkung

Luna ist ein emotionaler Türöffner. Über sie entstehen Gespräche, Kontakte und neue Verbindungen innerhalb der Klasse. Gerade zurückhaltende Kinder oder Kinder, die noch kein Deutsch sprechen können, finden über sie leichter Zugang zur Gruppe und fühlen sich emotional geborgener.

Ihre Anwesenheit wirkt beruhigend und strukturierend. Die Kinder achten bewusster auf Lautstärke und Verhalten und übernehmen Verantwortung.

Im Umgang mit Luna lernen sie:

  • Rücksicht zu nehmen
  • Regeln einzuhalten
  • eigene Impulse zu kontrollieren
  • Körpersprache wahrzunehmen
  • Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen
  • achtsam miteinander umzugehen

Auch körperlich sind positive Effekte spürbar: Die Nähe zu einem Hund senkt den Blutdruck und fördert die Ausschüttung des Bindungshormons Oxytocin – ein Hormon, das Vertrauen, Verbundenheit und Wohlbefinden stärkt. Viele Kinder entspannen sichtbar, wenn Luna ruhig neben ihnen liegt.

Die tiergestützte Arbeit mit Luna ist ein fester Bestandteil des Unterrichts. Sie ergänzt das Lernen um eine soziale und emotionale Dimension, die im Schulalltag spürbar wird.

Nora Körnig 
mit Schulhündin Luna 🐾